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Junge Frau tastet ihren Hals ab

Die Hashimoto-Thyreoiditis, die auch chronische lymphozytäre Thyreoiditis oder kurz „Hashimoto“ genannt wird, ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse.

Was Du über die Hashimoto-Thyreoiditis wissen solltest

Was macht die Schilddrüse?

Die Schilddrüse (medizinisch: Glandula thyreoidea) ist eine lebenswichtige, kleine Hormondrüse im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfs, die lebensnotwendige Schilddrüsenhormone produziert. Sie ist essenziell für den Stoffwechsel, das Wachstum und die Reifung des Körpers und an der Regulation diverser Körperfunktionen beteiligt. Dabei gibt sie laufend eine gewisse Menge an Schilddrüsenhormonen ins Blut ab. Sobald der Stoffwechsel, beispielsweise bei Kälte, im Wachstum oder während der Schwangerschaft, mehr Energie in Anspruch nimmt, kurbelt die Schilddrüse ihre Hormonproduktion an.

Wie entsteht Hashimoto?

Junge Frau berührt sich am Hals

Bei „Hashimoto“ handelt es sich um eine sogenannte Autoimmunkrankheit. Das heißt, ihre Ursachen sind auf eine fehlerhafte Körperabwehr zurückzuführen.

Ein gesundes Immunsystem macht fremde Bakterien oder Viren, die in den Körper gelangen, unschädlich, indem es gegen sie entsprechende Antikörper bildet. Außerdem ist es verantwortlich für die Beseitigung infizierter oder stark beschädigter Körperzellen. 

Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem jedoch fälschlicherweise gesundes körpereigenes Gewebe an – im Fall der Hashimoto-Thyreoiditis attackiert es das Schilddrüsengewebe. 

Diese Autoimmunreaktion führt schließlich zu einer anhaltenden Entzündung der Schilddrüse.

Wie verläuft die Autoimmunkrankheit?

Die Krankheit verläuft anfangs oft beschwerdefrei, da der Organismus die Hormonspiegel zu Beginn noch weitestgehend ausbalancieren kann. Im Verlauf kommt es dann meistens zunächst zu einer Schilddrüsenüberfunktion, später zu einer Schilddrüsenunterfunktion. 

Sobald die Hormonspeicher der Schilddrüse sich entzünden, wird häufig eine Überdosis an Schilddrüsenhormonen an das Blut abgegeben. Dadurch werden Beschwerden einer Schilddrüsenüberfunktion ausgelöst. 

Mit der Zeit ist das Gewebe der Schilddrüse durch die Entzündung in dem Maße geschädigt, dass ihre Funktionsfähigkeit beeinträchtigt ist. Dadurch kommt es zu einem zu niedrigen Spiegel an Schilddrüsenhormonen, wodurch Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten. 

Mögliche Ursachen

Was zu dieser fehlerhaften Einschätzung des Organismus führt, ist bisher nicht vollständig erforscht. Die folgenden Ursachen können eine Rolle spielen:

  • Genetische Veranlagung
  • Zu hoher Jodspiegel
  • Hormonschwankungen in der Pubertät, Schwangerschaft und den Wechseljahren
  • Stress und psychische Belastung
  • Schwere Erkrankungen wie Karzinome, Herzinfarkt

Wen betrifft die Erkrankung und wann tritt sie auf?

Ärztin mit Stethoskop

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine der häufigsten Formen einer Schilddrüsenunterfunktion im Erwachsenenalter und betrifft etwa fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung. In der Regel tritt sie zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. 

Dabei sind Frauen etwa neun Mal häufiger betroffen als Männer, wobei die ersten Symptome oft zeitgleich mit den Wechseljahren auftreten. Dadurch bleibt die Schilddrüsenentzündung leicht unbemerkt, da die Beschwerden den Wechseljahren zugerechnet werden.

Die folgenden Symptome können entstehen

Wenn die Hormonproduktion der Schilddrüse gestört ist, sind viele verschiedene Körpervorgänge davon betroffen. Deshalb kann es sich in völlig unterschiedlichen Beschwerden äußern. Anfangs treten kaum Symptome auf, weshalb die Erkrankung erst später bemerkt wird, wenn sie sich bereits in einer Schilddrüsenunterfunktion äußert.

Im Anfangsstadium der Schilddrüsenüberfunktion können auftreten:

  • Schwitzen und feuchtwarme Haut
  • Erhöhter Puls (Hypertonie)
  • Gewichtsabnahme trotz Heißhunger
  • Durchfall
  • Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen und Schlaflosigkeit
  • Muskelschwäche und Muskelzittern
  • Herzklopfen und Herzrasen (Tachykardie) bis hin zu Herzrhythmusstörungen
  • Verdickter Hals durch eine krankhaft vergrößerte Schilddrüse (Struma)

Mögliche Symptome der Schilddrüsenunterfunktion sind:

  • Körperliche Erschöpfung, Schwäche und Müdigkeit
  • Frieren und erhöhte Kälteempfindlichkeit
  • Verkleinerte Schilddrüse
  • Gewichtszunahme trotz ausgeglichener Ernährungsweise
  • Trockenes, sprödes Haar oder Haarausfall, trockene Haut und brüchige Nägel
  • Schwellungen im Gesicht, häufig an den Augen, oder an den Armen und Beinen
  • Heiserkeit, häufiges Räuspern und Husten
  • Verstopfung
  • Niedriger Puls
  • Zyklusstörungen, verringerte Fruchtbarkeit oder Menstruationsbeschwerden
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Erektionsstörungen, Libidoverlust
  • Infektanfälligkeit
  • Depressive Verstimmungen, Antriebslosigkeit, Unruhe und Nervosität
  • Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme

Wie Erkrankten geholfen werden kann

Wie wird Hashimoto diagnostiziert?

Bei Anzeichen einer Schilddrüsenerkrankung wird zuerst die Schilddrüse abgetastet und unter Umständen zusätzlich über einen Ultraschall näher untersucht. 

Final diagnostiziert wird eine Hashimoto-Thyreoiditis schließlich über einen Bluttest. Dadurch werden einerseits die sogenannten Schilddrüsenwerte gemessen, also die Schilddrüsenhormone selbst sowie das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH), das in der Hirnanhangsdrüse produziert wird und die Funktion der Schilddrüse steuert. Andererseits wird das Blut nach typischen Antikörpern untersucht, die gegen das Schilddrüsengewebe gerichtet sind.

Da eine Hashimoto-Thyreoiditis gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen auftreten kann, werden gegebenenfalls noch weitere Untersuchungen durchgeführt, um diese zu erkennen. Beispiele dafür sind Tests auf eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) oder Diabetes mellitus. 

Kann Hashimoto geheilt werden?

Die Autoimmunerkrankung ist nicht vollständig heilbar. Hormonpräparate, die gegebenenfalls laufend an Hormonschwankungen und -schübe angepasst werden müssen, können zwar den Mangel an Schilddrüsenhormonen ausgleichen, jedoch können sie die ursächliche Autoimmunerkrankung nicht beheben.

Nahrungsergänzungsmittel mit Ginko Blatt

Diese Tipps können Dir helfen

Häufig haben Hashimoto-Erkrankte einen Vitamin-D-Mangel und eine Glutenunverträglichkeit. Zudem kann ein zu hoher Jodspiegel die Erkrankung vermutlich bei einer bereits bestehenden genetischen Veranlagung verschlimmern oder vorzeitig zum Ausbruch bringen. Hinzu kommt, dass eine gesunde Darmflora entscheidend für ein gesundes Immunsystem ist, da sich unsere Immunzellen überwiegend im Darm befinden. 

Demnach ist die Ernährungsweise ein wichtiger Faktor in der Linderung der Hashimoto-Symptome.

1. Eine Omega-3-reiche Ernährung mit wenig Jod

  • Jod sollte bestenfalls nur in geringen Dosen eingenommen werden
  • Eine Omega-3-reiche Ernährung kann aufgrund der entzündungshemmenden Wirkung ebenfalls hilfreich sein
  • Positiv kann sich außerdem das Spurenelement Selen auswirken, das in Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern, Linsen und Pilzen enthalten ist

2. Stärke Deine Darmflora mit Probiotika

  • Die Darmflora kann durch Probiotika, also lebensfähige Bakterienstämme, die die Verdauung von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen fördern, unterstützt werden
  • Probiotika sind beispielsweise in Sauerkraut, Joghurt, sauren Gurken, Tempeh, Kimchi, Käse, Apfelessig, Komnbucha, Kefir und Miso-Suppen enthalten
  • Sie sind auch als Nahrungsergänzungsmittel, in Form von Kapseln und Pulvern, erhältlich

3. Meide glutenhaltige Getreideprodukte

  • Aufgrund der häufig parallel auftretenden Glutenunverträglichkeit könnte das Meiden von glutenhaltigem Getreide, wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel, Erleichterung verschaffen
  • Einen möglichen Ersatz bieten Pseudogetreide wie Buchweizen, Amaranth und Quinoa

4. Achte auf eine gute Vitamin-D-Zufuhr

  • Aufgrund des oft vorhandenen Vitamin-D-Mangels der Erkrankten empfiehlt es sich, sich ohne Sonnenschutz und mit freien Unterarmen und Gesicht mindestens 5 Minuten draußen zu bewegen
  • Sonnencreme mit einem zu hohen SPF Faktor und stark UV-blockende Tagescremes können den Vitamin-D-Mangel verstärken
  • Insbesondere im Winter sollte Vitamin D durch Kapseln oder Tropfen extern zugeführt werden

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